Dual 1225

Steckbrief

Hersteller: Dual

Modell: CS1225 (schwarz)

Baujahre: 1974-76

Geschwindigkeiten: 33 1/3 und 45 rpm

Gewicht: 6,7 kg (mit Gehäuse)

Wechselfunktion für LPs und Singles

System: Shure M75 D

Damaliger Preis: 166,- DM

Fertigstellung: 27.07.2025

Link zu rm.org: Dual 1225

Reparaturbericht

Da ich regelmäßig von irgendwem gefragt werde, ob ich nicht einen Plattenspieler abzugeben hätte und mir auch immer wieder mal welche zulaufen, herrscht in dieser Hinsicht reger Wechsel. Für gewöhnlich pflege ich zu diesem Zwecke auch immer ein oder zwei Geräte vorzuhalten.

Genauso war es hier. Ich kam mit einem Studienkollegen auf das Thema zu sprechen und da er gerade im Umzug begriffen war und wir der Meinung waren, dass es mit fast 30 langsam Zeit für einen Plattenspieler wäre, machte ich einen Abstecher in den Keller, um meine Bestände zu prüfen.

Es standen gerade ein Philips 212 und der hier besprochene Dual zur Verfügung. Da ich von Haus aus ein großer Dual-Freund bin und der Philips deutlich unschöner verarbeitet war, war die Entscheidung schnell getroffen. Davon abgesehen hat der Dual auch eine Automatik und kann sogar wechseln.

Das einzige (leider nicht ganz unbedeutende) Manko ist, daß es sich um einen Reibradantriebler handelt. Man kann halt nicht alles haben. Immerhin war man bei Dual konstruktiv so geistesgegenwärtig, daß das Reibrad mit dem Wegschwenken des Tonarmes zurückgeklappt wird und sich so nicht am Reibkranz plattdrücken kann.

 

Aber zunächst vielleicht ein paar Bilder, damit das Ganze etwas anschaulicher wird:

Die Haube war leider arg zerkratzt. Wer weiß, wo das Gerät gestanden haben mag. Immerhin ist sie nicht gesprungen.
Die Haube war leider arg zerkratzt. Wer weiß, wo das Gerät gestanden haben mag. Immerhin ist sie nicht gesprungen.
Die Konsole befand sich allerdings bis auf etwas Staub und eine alte Nassabspielhilfe in gutem Zustand.
Die Konsole befand sich allerdings bis auf etwas Staub und eine alte Nassabspielhilfe in gutem Zustand.

Vielleicht ein paar Worte zur Firma Dual und ihren Produkten:

 

Der Name "Dual" stammt daher, daß man mit Aufkommen elektrischer Netze im Land in St. Georgen anfing, die bis dahin üblichen Grammophone mit einem optional zuschaltbaren Elektromotor auszurüsten. Man konnte das Gerät dann wahlweise wie gewohnt per Hand an der Kurbel aufziehen oder sich dem Luxus der neuzeitlichen Entwicklungen hingeben und vom Hausstrom Gebrauch machen. Dieses duale Antriebskonzept verschaffte der Firma aus dem Schwarzwald ihren Namen. 

Wer sich näher damit befassen möchte, dem lege ich eindringlich einen Besuch im Phonomuseum St. Georgen ans Herz, das die gesamte Geschichte der Schallwidergabe und speziell auch die der Firma Dual sehr liebevoll und erschöpfend zugänglich macht. 

In den 70ern - wer hätte es gedacht - war die Kurbel lange entfallen, aber der Name blieb. Der elektrische Strom hatte sich flächendeckend durchgesetzt.

 

Warum erzähle ich das alles? Weil es vielleicht die Affinität dieses Unternehmens zu rein mechanischen Lösungen erklärt. Dual war, jedenfalls meines Wissens, die einzige Firma, die Plattenspieler bis zum bitteren Ende vollmechanisch steuerte. 

Das höchste der Gefühle war bei den ganz späten Direktantrieblern eine elektronische Steuerung der Drehzahl, aber alles - ich betone: alles - andere war ein unfassbares Wunder aus Zahnrädern, Hebeln und Steuerrädern.

 

Ein Beispiel: Man hat Platten zum Durchwechseln vorgelegt und betätigt den Startschalter. Man lasse sich auf der Zunge zergehen, was dann alles an Automatisierung ablaufen muss:

 

Der elektrische Kontakt zum Antriebsmotor wird hergestellt und arretiert mechanisch. Danach wird der Tonarm aus der Ablage gehoben und horizontal präzise auf die Einlaufrille bewegt und abgesenkt. Hierbei wird nun auch die elektrische Verbindung zum Verstärker hergestellt. Ist die Platte abgelaufen, wird das Einlenken in die Auslaufrille erkannt, der Tonarm hebt sich ab (hierbei wird das System wieder stummgeschaltet) und fährt über die Ablage. Nun tritt die Wechselmechanik in Aktion: Die Abwurfachse selektiert die nächste zum Abwurf vorgesehen Platte und wirft sie ab. Der Tonarm beginnt wieder mit der Aufsetzautomatik. Aber: Auch der Abwurf der letzten Platte auf der Achse wird erkannt und mechanisch "gespeichert". Nach Ablauf der letzten Platte fährt der Arm in die Ruheposition, wird abgelegt und der Antrieb wird abgeschaltet. 

 

So, und nun möge man mir zeigen, welcher Ingenieur heute noch in der Lage wäre, so einen Mechanismus zu erdenken. Vermutlich hätte die Kiste 20 Sensoren und drei oder vier Antriebe für die einzelnen Bewegungsachsen. Dual hatte das alles nicht nötig. Man konnte das auch so. Und zwar ziemlich gut. Immerhin funktioniert das Zeug auch 50 Jahre später noch auf Bruchteile eines Millimeters präzise und mit absoluter Zuverlässigkeit. Und was noch besser ist: Es lässt sich nahezu unbegrenzt reparieren.

 

Dem geneigten Leser mag vielleicht nicht entgangen sein, daß die aus diesen Bedürfnissen resultierende extrem diffizile und komplexe Mechanik bei mir feuchte Träume auslöst. Aber wie könnte es auch anders sein. Man führe sich nur einmal dieses Wunderwerk der Technik vor Augen. Wer angesichts dessen kalt bleibt, dem gilt mein tiefstes Bedauern:

Sine verbis!
Sine verbis!
Das Herz der Mechanik: Das Kurvenrad
Das Herz der Mechanik: Das Kurvenrad

Eine noch anspruchsvollere und ästhetischere Mechnik ist mir bisher nur bei Uhren und Rechenmaschinen begegnet. Letzte dürften auf diesem Sektor wohl unüberboten sein.

 

Aber zurück zum Gerät:

 

Wer in den Genuß des obigen Anblickes kommen will, muß zuerst den Tonarm arretieren und die Transportsicherung festziehen. Dann kann man das Gerät gefahrlos herumdrehen und die Schrauben auf der Unterseite lösen. Dual hatte die Angewohnheit, die Bodenplatte rundherum noch mit Tackernadeln im Gehäuse festzumachen. Diese muß man vorsichtig ziehen. Daß das hier schon der Fall war, wies darauf hin, daß ich nicht der Erste war, der sich an dem Plattenspieler zu schaffen machte. Kein gutes Zeichen. Diese Mechanik ist nichts für Anfänger.

Die Zugentlastung der Kabel lässt sich einfach ausklipsen und die Bodenplatte kann zur Seite gelegt werden.

 

Immerhin sah auf den ersten Blick mal nichts verbogen aus, aber das war eine Frage für später. Ich begann mit dem Wenigen, was an Elektronik da war. Die Motoren sind prinzipiell wartungsfrei. Ein Tropfen Öl in die Lager schadet aber nichts. Die Kontakte des Schalters reinigte ich mit einem in Benzin getauchten Pappstreifen. Die Verklemmung ist gleichzeitig auch die Netzspannungseinstellung. Der Kurzschließer für das TA-System war wie üblich korrodiert. Ich reinigte auch hier die Kontakte und stellte sie so ein, dass sie in der Ruhestellung offen sind, wie es sich gehört. 

Eine Sache hatte ich befürchtet und wurde auch in meiner Annahme bestätigt: Der Netzschalter war mit einem Rifa überbrückt. Damit sich dieser kleine Stinker nicht verabschiedete, ersetzte ich ihn durch einen keramischen Kondensator.

Der Spaltpolmotor.
Der Spaltpolmotor.
Der Netzschalter mit dem Rifa.
Der Netzschalter mit dem Rifa.

Jeder, der an alten Geräten arbeitet, kennt diese Art von Entstörkondensatoren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sich mit einem nicht mehr zu beschreibenden Gestank in Rauch auflösen. 

So sieht so ein Kandidat aus, nachdem er seine Füllung erbrochen hat.
So sieht so ein Kandidat aus, nachdem er seine Füllung erbrochen hat.
Schon besser. Dieser Kondensator wird mich vermutlich überleben.
Schon besser. Dieser Kondensator wird mich vermutlich überleben.

Nun konnte also ein erster Probelauf erfolgen. 

Ich betätigte den Starthebel. Der Plattenteller lief an, der Tonarm erhob sich, verharrte einige Sekunden über der Ablage und senkte sich dann wieder ab, woraufhin der Antrieb sich mit deinem dezenten Klicken abschaltete. 

Das war interessant. Das übliche Fehlerbild bei Dual besteht darin, daß der Plattenteller zwar dreht, der Tonarm nach Auslösen der Startautomatik aber einfach liegen bleibt, weil der Haupthebel (oben im Bild der schwarze Kunststoffausleger) nicht in die richtige Rille des Kurvenrades einspurt. Das konnte hier nicht der Fall sein, denn bis auf die Horizontalbewegung klappte alles. Das rasche Abschalten des Antriebes war nur ein Folgefehler, denn die Arretierung des Schalters funktioniert nur, wenn der Systemträger sich über dem Plattenradius befindet.

Jetzt begann der immer wieder faszinierende Prozess, sich in die Mechanik hineinzudenken. Das sorgt für die nötige Ehrfurcht vor den Leuten, die sich das ausgedacht haben und bringt einen bezüglich des eigenen Hirnschmalzes sehr effektiv auf den Boden der Tatsachen zurück. Bescheidenheit ist wohl doch eine Tugend.

 

Es kostete mich eine Nachtschicht, mithilfe der Funktionsbeschreibung, die Dual zu der Geräteserie liefert, dahinterzukommen, daher werde ich das hier etwas abkürzen und versuchen, das Ergebnis möglichst anschaulich zu erklären, aber dazu zunächst ein Bild von der Unterseite der Tonarmlagerung:

Die fast dreieckige, geriffelte Trägerplatte ist die Basis des Tonarmes und mit der Konsolenhauptplatte verschraubt. Der schwarze, dicke Platikhebel (Haupthebel), der ins Kurvenrad ragt, sorgt für das anheben des Tonarms und dessen Horizontalbewegung.

Der lange, silberne Hebel, der auch Richtung Kurvenrad zeigt, sorgt einfach nur für die horiontale Führung des Tonarms und ist quasi ein Translationslager. Der gelbverzinkte Hebel quer darüber (die sog. Anschlagschiene) sorgt einerseits für die Höheneinstellung des angehobenen Tonarms (dazu dient die schwarze Eintellmechanik rechts vorne im Bild) und begrenzt die Horizontalbewegung des Tonarms, damit die Nadel bei 33, bzw. 45 rpm auch die jeweilige Einlaufrille trifft. 

Der weiße Exzenter ganz vorne im Bild mit dem gelbverzinkten Hebel und der Schraubenfeder ist die Antiskating-Einstellung, mit der dafür gesorgt wird, daß der Tonarm beim Abspielen horizontal nicht in eine Richtung strebt, sondern nur von der Plattenrille geführt wird.

 

So, dann will ich mal versuchen, mein Bestes zu geben... vermutlich werden es nur jene Leser verstehen, die das Gerät gerade offen vor sich liegen haben.

Beginnt der Startvorgang per Automatik, drückt der Haupthebel auf den Heberbolzen, der in dem gekrümmten Langloch sitzt und hebt den Tonarm an. (Der Heberbolzen darf auf keinen Fall nachgefettet oder gar geölt werden. Das enthaltene Fett hat eine genau definierte Viskosität und sorgt für das sanfte Absetzen des Tonarms => Nachölen = Kernschrott).

Das Ende der Vertikalbewegung erreicht der Haupthebel, wenn er an den Federbolzen (der kleine Stift in dem Messinglager vor dem Langloch) anschlägt und drückt auf diesen.

Danach wird der Haupthebel vom Kurvenrad horizontal ausgelenkt und nimmt so den Tonarm mit. Eine stufenweise Fräsung der Anschlagschiene beschränkt nun den Weg des Tonarmes und legt so die Position über der Einlaufrille fest. Bei 33 rpm, wo diese Endposition früher erreicht wird, rutscht der Federbolzen dann den Rest des Weges über das Ende des Haupthebels, der dazu gefettet ist. Der Anschlag erfolgt zwischen Federbolzen und Anschlagschiene.

 

Das Problem bestand in diesem Falle darin, daß der Federbolzen nicht weit genug aus der Trägerplatte herausstand. Einstellbar ist dies mithilfe der kleinen Madenschraube direkt vor dem Federbolzen. Diese ist normalerweise mit Lack gesichert. Dieser sollte unbedingt vor Betätigung der Schraube mit Aceton oder ähnlichem gelöst werden. Das ist alles extrem filigran. 

Ein Herausdrehen der Schraube führt den Federbolzen ebenfalls weiter heraus. Er muss soweit ausgedreht werden, daß er vom Haupthebel betätigt werden kann, aber nicht so weit, daß dieser sich verklemmt. Hier geht es um Bruchteile einer Umdrehung der Madenschraube. Ist man zu weit gegangen, bewegt der Tonarm sich nur ein paar Millimeter Richtung Platte und bleibt dann sichtlich hängen, weil der Federbolzen an der Anschlagschiene hängenbleibt. Da hilft nur Herumprobieren. Vor allem muss der Plattenspieler beim Ausprobieren auf einer geraden Fläche stehen, da das System zum Teil auf Schwerkraft beruht. In Seitenlage kann der Mechanismus nicht getestet werden, der Tonarm bewegt sich dann nur vertikal. 

Weiterhin empfehle ich dringend, den Federbolzen mit einem Tropfen Öl zu versehen. Oft ist das Fett verharzt und er lässt sich nicht genau genug einstellen, weil er nicht korrekt federt. 

Nach Abschluß der Einstellung muß die Madenschraube auch wieder mit Lack gesichert werden, weil die Einstellung sonst mit der Zeit wieder verloren geht. Hier nimmt man am besten eine andere Farbe als das Blau, das Dual ab Werk einsetzte, damit man später noch nachvollziehen kann, an welcher Stelle schon einmal Einstellungen verändert wurden.

Madenschraube mit neuem, schwarzem Sicherungslack
Madenschraube mit neuem, schwarzem Sicherungslack

Na ja, das war ein K(r)ampf. Über eines kann man sich bei Dual immer sicher sein: Wenn ein Fehler sich nicht beheben lässt, hat man noch nicht lange genug gesucht. Die Mechanik ist eigentlich unfehlbar. Man sollte tunlichst davon absehen, einfach auf gut Glück an irgendwelchen Einstellungen zu drehen, sondern sich genau vor Augen führen, welchem Zweck welches Teil dient und welche Änderung welche Konsequenz hervorruft. Darüber hinaus empfiehlt es sich auch immer, die vorgefundene Einstellung genau zu notieren, um später wieder zur Grundeinstellung zurückkehren zu können.

 

Es folgte die übliche Einstellung aller Justierpunkte, die für einen reibungslosen Betrieb nach dieser langen Zeit unabdingbar ist.

Zunächst stellt man die Lifthöhe des Tonarmes ein. Das ist wohlgemerkt die Höhe, die der Tonarm erreicht, wenn man ihn manuell mittels des kleinen Hebels anhebt. Wird er von der Automatik angehoben, fährt er ohnehin höher. Je näher die Nadel über der Platte steht, desto präziser sind die einzelnen Stücke anzuwählen. Man sollte allerdings ein wenig Raum lassen, falls man mal eine nicht ganz ebene Platte erwischt. Eingestellt wird die Lifthöhe an der Schraube neben der Antiskatingeinstellung.

Um das Anitskating einzustellen, gab es früher Testplatten ohne Rillen. Es reicht aber auch, wenn man den Tonarm beim Absenken betrachtet. Driftet er dabei in eine Richtung, stimmt die Einstellung nicht. Der Tonarm muss kerzengerade nach unten gehen.

Eine weitere wichtige Einstellung ist die des Aufsatzpunktes des Tonarms. Hiermit wird sichergestellt, daß er die Einlaufrille trifft. Bei Dual verbirgt sich diese Einstellungschraube an dem Geschwindigkeitswähler und kommt zum Vorschein, wenn man auf 45 rpm schaltet.

Laut Handbuch ist die Einstellung für eine genormte Single vorzunehmen und passt dann für LPs automatisch. Da ich aber die Erfahrung gemacht habe, daß es weit mehr nicht normgerechte Singles als LPs gibt, nehme ich die Einstellung bevorzugt für LPs vor. Das hat halt nur den Nachteil, daß man ständig hin- und herschalten muß, weil die Einstellung nur bei 45 rpm zugänglich ist und man bei 33 rpm testen muß. Das Ganze ist auch sehr empfindlich, aber mit ein wenig Geduld bekommt man schöne Ergebnisse.

Für den Pitch, also die Feineinstellung der Drehzahl, die die Tonhöhe beeinflusst, gibt es in der linken vorderen Ecke eine Einstellmöglichkeit mit einer Grobeinstellung in Form einer Schraube und der Feineinstellung. 

Diese nimmt man am besten erst am Aufstellungsort vor. Da dieser Plattenspieler keinen Plattenteller mit Stroboskoprand hat, muß man hierzu eine Stroboskopscheibe nutzen.

 

Die Einstellung des Auflagegewichtes kann anhand des Datenblattes des Systems erfolgen oder einfach nach Erfahrung. Für ein Shure-System habe ich immer rund 1 g eingestellt. Da die Skalen manchmal nicht ganz stimmen (man kann sie über das Gegengewicht aber neu kalibrieren), handhabe ich es für gewöhnlich so, daß ich so lange zurückstelle, bis der Tonarm schwebt. Das ist meine Nullposition von der aus ich dann 1 g auf der Skala addiere und einstelle. Das klappt eigentlich immer ganz gut.

 

Um den Zustand der Nadel zu beurteilen, empfiehlt es sich, diese unter einem Mikroskop zu betrachten. So ist eindeutig zu erkennen, wie abgenutzt der Diamant schon ist.

Bemerkenswert bei diesem Gerät war, daß es vollständig war. Sowohl der normale Zentrierstift, als auch die Wechselachse (diese fehlt fast immer) und sogar der originale Sinlge-Puck waren dabei. Die Kirsche auf der Torte lag in Form des kleinen Bürstchens im Gerät, mit dem die Nadel gereinigt werden kann. 

 

Natürlich machte ich auch einen Versuch mit der Wechselautomatik. Dazu ölte ich das kleine Kugellager auf dem Wechselhebel (gut zu erkennen auf dem vierten Bild), das ziemlich verharzt war. 

Will man Wechselbetrieb durchführen, so muß der Zentrierstift in der Mitte des Plattentellers gegen die Wechselachse ausgetauscht werden, die in der richtigen Orientierung (der kleine Pin muss die Fräsung im Zentrierloch treffen) in die Mitte des Tellers eingesetzt und durch eine 90°-Drehung im Uhrzeigersinn verriegelt wird. Nun können bis zu zehn Platten aufgesteckt werden, die der Mechanismus dann nach und nach abwirft. Nach der letzten Platte schaltet das Gerät automatisch ab. 

Die Platten müssen vor dem Entfernen der Wechselachse aus dem Plattenteller wieder über diese hinweg abgenommen werden. Entfernt man die Achse mit den Platten darauf, sind diese auf der Achse blockiert und können nicht mehr heruntergenommen werden.

 

Ich gönnte dem Gerät noch eine gründliche Reinigung und schraubte es wieder zu. Die Tackernadeln spare ich mir für gewöhnlich, da ich in ihnen keinen Mehrwert sehe. Die Haube ließ sich noch ein wenig polieren und sieht nun nicht mehr ganz so schlimm aus, aber die tiefen Kratzer bleiben natürlich.

Nach der Politur ist der Deckel zumindest wieder durchsichtig.
Nach der Politur ist der Deckel zumindest wieder durchsichtig.

Nun bleibt mir nur zu hoffen, daß der Dreher seinem neuen Besitzer lange Freude bereitet und gute Dienste leistet.